
PONNIE Images BARTSCHER Architekten BDA
Lösungsvorschlag
2026 | 2026
Wohnungsbau
München
Lösungsvorschlag
263 WE
GF: 25.709,9 m²

PONNIE Images BARTSCHER Architekten BDA
Für die zentral gelegenen Baufelder WA 2.1 und WA 2.2 im Münchner Werksviertel haben wir im Rahmen eines VgV-Verfahrens das Konzept WOHNWERK entwickelt. Der Entwurf umfasst rund 270 Wohneinheiten auf etwa 25.400 m² Geschossfläche und reagiert auf ein urbanes Umfeld mit kurzen Wegen, guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie einem vielfältigen Angebot an sozialer Infrastruktur und kulturellen Nutzungen.
Aus diesen Rahmenbedingungen entwickelt der Beitrag eine klare stadträumliche Figur, die hohe Dichte mit differenzierten Freiräumen und gemeinschaftlichen Angeboten verbindet. Das Leitmotiv „kompakt – urban – grün“ prägt dabei sowohl die Organisation des Gebäudes als auch die Gestaltung der Wohn- und Freiräume.
Ein vielfältiger Wohnungsmix aus EOF-, MMM- und KMB-Wohnungen wird durch betreute Pflege-Wohngemeinschaften, Wohnraum für akut wohnungslose Haushalte sowie das Modell des Fahrradwohnens ergänzt. Barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen sichern zugleich eine langfristige und möglichst uneingeschränkte Nutzbarkeit.
Sieben Häuser – ein gemeinsames Ensemble
Der Entwurf gliedert das Gesamtvolumen in sieben gut ablesbare Häuser, die durch gemeinsame Regeln von Proportion, Rhythmus und Wiederholung zu einem Ensemble verbunden werden. Entlang der Grafinger Straße und der August-Everding-Straße bilden Ziegelfassaden mit präzise gesetzten Öffnungen eine ruhige, städtische Kante.
Zu den Innenhöfen verändert sich der Charakter der Fassaden. Farbige Putzflächen, Loggien und abgestufte Farbnuancen geben den einzelnen Häusern eine eigene Adresse. Akzente an Eingängen, Leibungen und Brüstungen unterstützen die Orientierung und schaffen Identität innerhalb des zusammenhängenden Ganzen.
Auch die vertikale Gliederung folgt einer klaren Ordnung: Ein adressbildendes Hochparterre, effizient organisierte Regelgeschosse und ein ruhiger Dachabschluss prägen den Aufbau der Häuser. Wiederkehrende Grundrisse und eine kompakte Erschließung schaffen die Grundlage für eine wirtschaftliche und robuste Bauweise.
Wohnen am gemeinsamen Hof
Die Erdgeschosse bündeln die dienenden Funktionen an den jeweils passenden Stellen und halten die Wege innerhalb des Gebäudes kurz. Durchgänge an den Treppenräumen schaffen direkte Verbindungen zwischen den Häusern und dem gemeinsamen Wohnhof.
Durch zwei bauliche Rettungswege kann auf eine Feuerwehrzufahrt im Innenhof verzichtet werden. Dadurch lässt sich der Hof als zusammenhängender, durchgrünter Aufenthaltsraum ausbilden. Der prägende Bestandsbaum bildet dabei eine räumliche Mitte und verankert das Ensemble im Ort. Ein großzügiger Gemeinschaftsraum öffnet sich zum Hof und verbindet gemeinschaftliche Nutzungen im Gebäude mit dem Außenraum.
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Fahrradwohnen als neue Wohnform
Mit dem Fahrradwohnen ergänzt der Entwurf das differenzierte Wohnungsangebot um eine neue Wohnform, die auf die Mobilität und den Alltag im urbanen Quartier reagiert. Sie fügt sich in ein Gesamtkonzept ein, das unterschiedliche Lebenssituationen und Wohnbedürfnisse innerhalb eines gemeinsamen Ensembles zusammenführt.
So verbindet der Beitrag geförderte und besondere Wohnformen mit gemeinschaftlichen Angeboten und schafft die Grundlage für ein sozial vielfältiges Wohnquartier.
Robust und dauerhaft
Energetisch folgt das Konzept einem robusten Low-Tech-Ansatz im Effizienzhausstandard EH 55 mit Fernwärmeanschluss. Kompakte Baukörper, klare Erschließungsstrukturen, wiederkehrende Grundrisse und eine dauerhafte Konstruktion bilden die Grundlage für geringe Betriebsaufwände, wirtschaftliche Realisierung und langfristige Nutzbarkeit.
Innerhalb der Vorgaben des Bebauungsplans, des Gestaltungsleitfadens und der Planungsrichtlinien der Münchner Wohnen entwickelt der Beitrag so ein Konzept, das stadträumliche Qualität, soziale Vielfalt und ökologische Verantwortung miteinander verbindet.
