
Ponnie
serielle Sanierung und Aufstockung
2025 | 2028
Studierendenwohnheim
München
serielle Sanierung und Aufstockung
620 WE
BGF: 20.089 m²

Grassinger Emrich Architekten GmbH
In der Christoph-Probst-Straße 16 in München wird ein Studierendenwohnheim aus dem Jahr 1972 umfassend saniert und weiterentwickelt. Ziel des Projekts ist die Wiederbelebung der Studentenstadt durch die Modernisierung des Bestands sowie die Erweiterung des Wohnraums.
Ein Haus mit Geschichte wird zukunftsfähig
Das sogenannte Hans-Seidel-Haus ist Teil der Studentenstadt und entspricht in seinem aktuellen Zustand nicht mehr den Anforderungen an zeitgemäßes und gesundes Wohnen. Neben funktionalen Defiziten bestehen erhebliche Mängel im Bereich Brandschutz und technischer Ausstattung. Ziel der Maßnahme ist eine grundlegende Sanierung des Gebäudes unter Beibehaltung der bestehenden Struktur sowie eine gezielte Erweiterung durch Aufstockung.
Behutsam weiterbauen im Bestand
Das Gebäude befindet sich auf einem Inselgrundstück innerhalb des Areals der Studentenstadt. Die Maßnahme respektiert die bestehende städtebauliche Struktur und entwickelt diese im Bestand weiter. Die Freiflächen werden im Zuge der Sanierung wiederhergestellt und durch neue Fahrradabstellanlagen ergänzt.
Grassinger Emrich Architekten GmbH
Ponnie
Vertrautes Grün, erneuerte Struktur
Die architektonische Strategie basiert auf der Weiterentwicklung des bestehenden Gebäudes. Die Gebäudekubatur wird durch die Aufstockung der bestehenden Dachterrassen im 19. Obergeschoss sowie den Ausbau des 20. Obergeschosses zum Wohnen ergänzt. Im Zuge der energetischen Sanierung erfolgt eine geringfügige Vergrößerung der Gebäudehülle.
Die Grundrissstruktur folgt einem klaren Raster mit gleichbleibendem Achsabstand, wodurch eine hohe Wiederholbarkeit der Apartments erreicht wird. Insgesamt entstehen 620 Apartments, davon zwei rollstuhlgerechte Wohnungen sowie zehn barrierefreie Apartments. Im Rahmen der Sanierung entsteht auf jedem Geschoss ein Gemeinschaftsraum.
Die Fassade wird als neue Aluminium-System-Fassade auf vorgehängten Betonfertigteilen ausgeführt. Ihre Gliederung folgt der Dreischeibentypologie des Bestands: Die mittlere und die vorspringenden äußeren Gebäudescheiben rahmen die zurückliegenden Apartmentfassaden.
In den Apartmentbereichen werden die brandschutztechnisch erforderlichen massiven Brüstungen mit größeren Dämmstärken plastisch hervorgehoben. Die darüberliegenden Fenster werden mit grünen Panelbereichen bandartig zusammengefasst. So wird die horizontale Gestaltung des Bestands aufgenommen und betont. Den oberen Abschluss bildet eine Dachattika aus Blech.
Stahlleichtbau nutzt vorhandene Reserven
Das bestehende Gebäude ist in Stahlbetonbauweise errichtet. Die Aufstockung im 19. Obergeschoss erfolgt als Stahlleichtbaukonstruktion unter Nutzung vorhandener statischer Lastreserven. Die Umsetzung folgt dem Prinzip des seriellen Bauens und wird durch den Einsatz von Fertigbädern ergänzt.
Bestand erhalten, Ressourcen schonen
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist das Bauen im Bestand. Durch den Erhalt der bestehenden Struktur wird die im Gebäude gespeicherte graue Energie genutzt und Ressourcen geschont. Die Erweiterung des Wohnraums erfolgt durch Aufstockung ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Der energetische Standard entspricht dem GEG 2020 mit einem angestrebten Effizienzhausniveau EH 70.
